5000 Wörter und ein toter Hamster
Geht es nur mir so? Gestern war ich im Tunnel. 5000 Wörter. Einfach so runtergeschrieben. Natürlich ist das Ding noch löchriger als ein Schweizer Käse und die Story wackelt noch, aber der Kern ist da. Ich weiß jetzt endlich, was die Charaktere wollen: Sie wollen nicht nur ein Leben, sie wollen alle. Mal abtauchen ins Milieu, dann wieder High Society. Sie wollen ihre Identitäten wechseln wie andere Leute ihre Unterwäsche.
Aber nach 5000 Wörtern ist der Puffer einfach leer. Spätestens wenn jeder Satz in deinem Kopf anders endet als Kartoffel, sollte man den Rechner zuklappen. Egal, ob noch Ideen da sind. Kein Mensch will Texte lesen, in denen die Sätze im Stechschritt marschieren, die Worte sich loopen und die Story auf der Stelle tritt. Stillstand kann ein Stilmittel sein, klar – aber dann muss es brodeln. Ein innerer Monolog, die Hässlichkeit der Umgebung, irgendwas. Aber genau diese Nuancen schafft das Hirn nicht mehr, wenn der Speicher voll ist.
Um es mit einem Klassiker zu sagen: „Das Rad dreht sich noch, aber der Hamster ist schon längst tot.“ Deshalb: Laptop zu, raus an die Luft. Den Hund knuddeln, eine Runde drehen. Währenddessen veranstaltet der Kater im Wohnzimmer anscheinend die Abendgala seiner privaten Sommerspiele. Ernsthafte Frage: Wann ist eigentlich die Abschlusszeremonie?