Zwischen Codezeilen und Kapiteln
Auf den ersten Blick mögen Informatik und kreatives Schreiben wie zwei verschiedene Welten wirken. Hier die kühle Logik, dort die unbändige Emotion. Doch für mich sind sie zwei Seiten derselben Medaille.
Als Informatiker habe ich gelernt, dass jedes funktionierende System eine solide Struktur braucht. Ein Programm stürzt ab, wenn die Logik fehlerhaft ist. Ein Roman tut dasselbe. Für mich ist Programmieren nichts anderes als Schreiben in einer anderen Sprache – nur dass ich jetzt nicht mehr Befehle für Maschinen tippe, sondern Geschichten für Menschen entwerfe.
Warum ich schreibe? Ich habe das Schreiben entdeckt, weil mir in den Buchregalen etwas fehlte. Ich war müde von Geschichten, in denen Konflikte künstlich aufgebauscht werden oder Helden alles in den Schoß fällt. Ich wollte keine Jugend sehen, die an Nichtigkeiten scheitert oder ohne Anstrengung triumphiert.
Mich fasziniert der Weg zur Perfektion. Egal ob im Code oder im Ballett – Talent ist nur der Startschuss, aber Disziplin und der Wille, immer wieder aufzustehen, sind der Weg. Genau davon wollte ich erzählen. Von Figuren, die schwitzen, die zweifeln und die sich ihren Erfolg hart erarbeiten müssen.
Am Ende bleibt jedoch der wichtigste Grund, der wohl für jeden Autor gilt: Es macht einfach wahnsinnig viel Spaß, eine neue Welt zu erschaffen – Zeile für Zeile, Satz für Satz.